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DIE GESCHICHTE DES UHUDLERS - TEIL II

Warum heißt der Uhudler eigentlich „Uhudler“?

Dazu gibt es zwei überlieferte Geschichten: Die eine erzählt von den Männer, die nach der Arbeit im Weingarten und Keller oft über Nacht oder auch die ganze Woche dort blieben und derweil auch den eigenen Wein getrunken haben, lang, viel und sehr ausgiebig. Man kann sich vorstellen, wie die Männer ausgeschaut haben, wie sie nach Hause gekommen sind. Und aufgrund der einschlägig-bekannten Ringe unter den Augen, sagten die Ehefrauen mit böser Miene: ,, Du schaust ja aus wie ein Uhu!“

Eine weitere Geschichte besagt, das der Name von einem Tongefäss stammt. Dem UDLER ! Eine Art Plutzer mit zwei Löchern. Das eine war zum trinken da das andere Loch dazu das Luft nachströmen kann und es beim trinken nicht so blubbert.

Welche Geschichte nun stimmt, weiß eigentlich niemand mehr so genau. Laut Aussagen älterer Weinbauern aus Heiligenbrunn ist der Name aber sicher 40 Jahre alt und kommt nur im Südburgenland vor.

Und wie schmeckt der Uhudler ?

Der berühmte „ Foxgeschmack“ oder „ Foxton“ wird oft in der Literatur angeführt. Gemeint ist damit der Geruch nach einem nassen Fuchsfell. Da ich einem Fuchs noch nie so nahe gekommen bin, kann ich das schwer nachvollziehen. Aber etwas undefinierbar-animalisches mag schon dran sein.

Die Farbe variiert je nach Sorte und Herkunft vom blassen Stroh- bis Hellgelb, bei weißen Uhudler. Zartes Rosa, Zwiebelschale, helles Kischrot bis zu Ziegelrot kann die Farbpalette der roten Sorten hervorbringen.

Im Duft erinnert der Uhudler an Erdbeeren, Ribisel oder auch Himbeeren, manchmal an frisch gelesenen Trauben.

Der Geschmack ist durch eine herb, deftige Säure geprägt.

Im Abgang merkt man die Säure auch deutlich, aber das macht den Reiz der Sache erst aus! Eigentlich ist er der perfekte Sommerwein. Wenn man bei der Buschenschank eine Hauerplatte ist, passt der Uhudler bestens dazu.

Die Trauben sind auch als Tafeltrauben köstlich und sehr süß!

Wie der fertige Uhudler schmeckt, hängt natürlich von der verwendeten Rebsorte ab, meist handelt es sich um einen Gemischten Satz. Zugelassen sind die Sorten: Concord rot, Ripadella rot, Elvira weiss und Delaware weiss. Aber es wachsen trotzdem noch andere Sorten in den Gärten: Isabella, Othello, Clinton, Huntington, Noah, Honigler. Wahrscheinlich gibt es aber noch viele andere vergessene Sorten in Weingärten, oder an Stadl- und Hausmauern.

Wo wächst der Uhudler?

Das Uhudlerland liegt im Südburgenland. In den Bezirken Güssing und Jennersdorf. Der Hauptort ist sicher das Dorf Heiligenbrunn. Die Kellergasse von Heiligenbrunn hat ihre eigenen Reize. Viele der Keller und Presshäuser sind noch aus Holz gebaut und mit Stroh gedeckt. Es handelt sich aber nicht um ein Freilichtmuseum, ganz im Gegenteil! Die Keller sind alle in Betrieb und bei fast jedem gibt es Uhudler zu kosten.

Ein Schaukeller gibt Einsicht in die schwere Arbeit der Winzer, und es ist auch zu sehen, wie in früheren Zeiten so ein Keller gebaut worden ist. Beim Verkosten der unterschiedlichen Uhudlers erschmeckt man eine unglaubliche Vielfalt.

Aber nicht nur in Heiligenbrunn wird Uhudler produziert. In vielen anderen Gemeinden des Südburgenlandes gibt es Uhudler-Heurige. Sie alle haben sich zum ,,Verein der Freunde des Uhudler“ zusammen geschlossen.

Unter anderem gehören die Stadtgemeinden Güssing und Jennersdorf dem Verein an. Aber auch die Gemeinden Strem, Mogersdorf , Eberau, Königsdorf, Inzenhof, Tschanigraben, Großmürbisch und Kleinmürbisch und auch die bekannte Obstbaugemeinde Kukmirn und noch einige andere sind Mitglieder des „Vereins der Freunde des Uhudlers“.
Nur wenn die Weine einer strengen Prüfung bestehen, bekommen sie die Uhudleretikette! Der Begriff Uhudler ist als geschützte Marke eingetragen, und nur für das Südburgenland zugelassen.

Eine Besonderheit gibt es im Ort Moschendorf.

Im dortigen Weinbaumuseum ist die Uhudler-Vinothek untergebracht, welche von Mai-Oktober geöffnet ist.
Ebenfalls befindet sich dort die Südburgenland-Vinothek, in welcher die 60 besten Weine des Weinbaugebietes zum verkauf feilgeboten werden.

Nun lässt sich darüber streiten, ob es notwendig ist über den Uhudler zu schreiben, ob es nicht übertrieben ist, eine Lanze für ihn zu brechen. Ich glaube aber, das es nicht nur um den Erhalt alter Rebsorten geht, sondern auch darum, das man eine natürlich gewachsene Geschmacks- und Artenvielfalt vor dem mächtigen technokratischen Arm aus Brüssel bewahrt, denen die „Edelweinlobby“ wohl eher am Herzen und am Gaumen liegt! Auch ich trinke gern und oft kräftige Rotweine aus allen Teilen der Welt, und schöne Weissweine sind mir eine echte Freude. Aber jede Art von Wein hat seine Berechtigung, der Uhudler auch, denn über Geschmack lässt sich streiten! Probieren Sie den Uhudler ganz einfach einmal und kommen, so wie ich, auch nicht mehr davon los!

Über die ,,Weinidylle“, wie das Weinbaugebiet Südburgenland auch genannt wird, will ich Ihnen das nächste mal berichten!

Ihr Thomas Murlasits

".. schaust aus wie ein Uhu!"
".. schaust aus wie ein Uhu!"

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