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MSR - Ist KEIN deutscher Regionalsender!

Also einmal abgesehen von der Urfehde zwischen deutschem und österreichischem Riesling, der Autor hält sich hier völlig heraus und verweist auf die (etwas überschätzte) "Gefahr" der (sorry, aber für mich schalen, faden und ausdruckslosen) australischen Rieslinge, ist diese Rebsorte sicherlich das interessanteste, feinste und schönste, was es im Weißweinbereich weltweit zu trinken gibt. Wie eng Wein&Geschichte miteinander verbunden sind, soll Ihnen nun die (kurze) Geschichte des Weinbaugebietes MRS verdeutlichen:

Geschichte
Die Weinkultur hatten, wie in fast ganz Mitteleuropa, die Römer ins Land gebracht. 117 n. Chr. wird Trier zur Hauptstadt der römischen Provinz Belgica prima.Doch es waren später die romanisierten Treverer, die den Weinbau durch Kriege und Wirren hindurch vor der Vernichtung schützten. Wobei für die alten Römer Wein weniger Genuss-, als Nahrungsmittel war und so hatte jeder römische Legionar das Anrecht auf seine tägliche Ration an diesem wohl eher Weinähnlichem-Getränk. Ave!

In den nachfolgenden Jahrhunderten erwies sich der Klerus, auch nichts neues in Mitteleuropa, nicht nur im Weinberg des Herrn, sondern auch auf eigenem Grund als äußerst fleißig. Der dem Moseltrinker wohlvertraute Lagenname "Juffer" bezeichnete im Mittelalter beispielsweise eine wohlhabende, unverheiratete Dame und weist, Historikern zufolge, auf weinproduzierende Nonnenklöster hin. Amen!

In den vielen Jahrhunderten der Kriege, Kriege und nochmals Kriege wurde Trier mehrmals in Schutt und Asche gelegt (dank Normannen&Co, bis hin zum 30-Jährigen-Krieg)
Dann, wer, wenn nicht er, trat im späten 18. Jahrhunderts der Trierer Fürstbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen auf den Plan. Aus einer seiner bedeutendsten Stiftungen (1773) entsteht zum Beispiel das weinbauende "Priesterseminar", ebenfalls ein Name, der noch heute einen guten Klang hat. 1786 läuft der Mann zur vollen Form auf und ordnet an, statt des Massenweins Elbling den feineren Riesling anzubauen. Die Erfolgsstory nahm ihren Lauf. Gelobt-sei-der-Herr!

Nachdem nun das Gebiet (mehrmals) Napoleon überstanden hatte, gewinnt 1818 der Moselwein durch die Zollgesetzgebung auf dem preußischen Markt fast eine Monopolstellung. Enchantè!

Doch hundert Jahre später wendet sich das Blatt:
An der Mosel bricht bittere Armut aus. Sie hält fast ein Jahrhundert lang an. 1910 schließen sich die Vereinigungen der Kirchlichen Weingüter, der Moselgutsbesitzer und der Saargutsbesitzer zum "Trierer Verein der Weingutsbesitzer der Mosel, Saar und Ruwer" zusammen, dem "großen Ring". Er ist ein Selbsthilfe- und Versteigerungsverein und soll dem Elend an der Mosel ein Ende machen .... doch dann setzt die Hölle in Europa ein. Und der Wein wurde wohl eher zum Vergessen, als zum Genusse getrunken: Politische Entwicklungen hielten schon von jeher drastischen Einfluss auf den Pro-Kopf-Verbrauch ihren Niederschlag, jüngste Beispiele aus Südamerika beliegen diese These leider immer wieder. Prost!?

Nach dem Krieg wogt ein Kampf der Linien: "Massenplörre versus Edeltropfen". Man entschied sich, und das wohl viel früher als in anderen heutzutage so berühmten Weinbaugebieten der Weinwelt, für Letzteres und so freuen wir uns, dass wir nach alledem einen duftenden, delikaten und nuancierten Riesling von der Mosel im Glas haben dürfen.

Und da es gerade beim Weintrinken keine absoluten Wahrheiten (Robert Parker möge mir verzeihen) gibt, ist eine Vergleichsverkostung von Rieslingen verschiedener Herren Länder nach wie vor eines der aufregendsten Dinge für jeden Weinliebhaber!

In unserem Webkatalog finden Sie einige sicher sehr interessante Links zum Thema deutscher Wein - und wenn Sie einen weiteren, noch interessanteren Link für uns haben, einfach unter "Link vorschlagen" eintragen!

Rieslinge von der Mosel - viel geschmäht und hochgeachtet!
Rieslinge von der Mosel - viel geschmäht und hochgeachtet!

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