» 

Startseite

» 

Service

» 

Wein News

» 

Bücherecke

» 

Referenzen

» 

Newsletter

» 

Gästebuch

» 

Impressum

» 

Inhaltsverzeichnis








Suche: 

Wiener Wein: Quo Vadis?

"Es wird ein Wein sein, und wir werden nimmer sein ....!" Diese Textzeile aus einem bekannten Wienerlied scheint programmatisch für den Wiener Wein zu sein. Auf die spontane Frage "Was fällt Ihnen zu Wiener-Wein ein?", kommen meist die gleichen Antworten wie Heuriger, Gemischter Satz, Nußberg, Grinzing, eventuell noch Hans Moser usw.

Vereinfacht könnte man sagen, der Wiener Wein hat doch ein eher uneinheitliches, und vor allem schon etwas verstaubtes, Image. Eigentlich Schade, denn einerseits produzieren die Wiener Winzer Rot- und Weissweine internationaler Klasse, andererseits wäre der große Vorteil ein "Millionenpublikum" von potentiellen Kunden, ganz abgesehen der Scharen von Touristen, direkt vor der Haustür zu haben, wohl Auftrag genug, endlich einmal Einigkeit und Stärke nach Innen, wie Aussen zu beweisen.

Vieles wurde probiert ("Vienna Classic"), manches neu erprobt ("Junger Wiener"), doch eigentlich, gemessen an den positiven Rahmenbedingungen, etwas wenig erreicht. Weiterhin regieren eher Meldungen wie "Heurigensterben", "Kein Profil" oder gar "Wenig Zukunft". Und das ist schade.

Trotzdem, gottseidank, gibt es aber auch viel Positives zu berichten: Einige "junge Wilde", hier seien Namen wie Zahel, Christ oder Hengl genannt, sind stolz in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten zu sein, und haben sowohl den Weinbau, wie auch den klassischen Wiener Heurigen fit für das 3. Jahrtausend gemacht. Dass gerade in Wien ein Nebeneinander von modernem Weinbau, und klassischem Heurigen funktionert, beweist zum Beispiel der "Buschenschank Schöll", mit einer perfekten Symbiose von echtem, ursprünglichem Heurigen und guten, modernen und zugänglichen Weinen.

Was fehlt, ist die Einigkeit aller Betroffenen, angefangen von den Winzern, bis hin zur Wiener Gastronomie, in der gerade Wiener Wein zu oft fehlt.

Eine Chance ist vielleicht auch die (nicht neue, aber im Weinviertel mit März startende) Idee des DAC - Districtus Austria Controllatus. Angelehnt an französische AOC`s oder italienische DOC`s, wird ab März das Weinbaugebiet Weinviertel als einheitliche Region auftreten, um mir ihrem Paradewein, dem Grünen Veltliner, eine ganze Region mit einem eigenen Weintypus zu verbinden. Wein ist nicht mehr (nur) Herkunft, sondern Herkunft ist somit ein bestimmter, wiedererkennbarer und verlässlicher Weintypus. Wohl auch eine Chance für Wien.

Noch ist nicht aller Tage (Wein-)Abend, aber es ist trotzdem dringend an der Zeit, endlich den Wiener Wein als Einheit, gepaart mit Geschichte und Kultur, zu produzieren und zu vermarkten.

Der Weinclub, bekennender Fan des Wiener Weins, verabsäumt es nicht, z.B. allen Gastro-Kunden auch typische Wiener Weine auf die Weinkarte zu setzen. Denn, es gibt nichts Gutes, ausser man tut (oder trinkt) es!

Wiener Wein
Wiener Wein

[Per E-Mail weiterempfehlen]