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Entdeckung der Weinidylle: Das Südburgenland!

Von Thomas Murlasits

Die Weinbaubetriebe sind zwar alle sehr klein, aber es fehlt trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb nicht an Winzern die große Weine erzeugen. In den letzten Jahren hat sich auch im Südburgenland der Qualitätstrend durchgesetzt, und Winzer die Akzente setzten, locken mit ihren Weinen in die verträumte Hügellandschaft dieser Weinidylle. Durch die geringe Größe der Betriebe wechseln sich oft Weingärten mit Feldern und Wiesen ab. Die Weinidylle lässt sich auch gut mit dem Fahrrad erkunden. Der eigens für diesen Zweck gestaltete ,,Radwanderweg Weinidylle“ verläuft zu einem großen Teil entlang der südburgenländischen Weinstraße, führt aber auch über die Grenze ins benachbarte Ungarn. Drei Grenzübergänge ermöglichen den direkten Vergleich mit den ungarischen Weinen.

Viele Buschenschenken laden zum Verweilen ein. Dort bekommt die traditionellen Köstlichkeiten des Burgenlandes, und so manche Weinüberraschung zu probieren. Die Leitsorten sind Blaufränkisch und Welschriesling und werden hauptsächlich sorterein ausgebaut. Aber auch Weißburgunder, Chardonnay, Rivaner, Muskat-Ottonel, Riesling, und Goldburger werden angebaut. Auch hat schon die eine oder andere Traminer-Auslese , oder Sämling-Spätlese von sich reden gemacht.

Der Grüne Veltliner hat einen verhältnismässig hohen Anteil an der Rebfläche, aber er erbringt in diesen Klima nicht seine typischen gewohnten Charakteristika. Bei den Rotweinen seien noch die Sorten Zweigelt, Blauburger, aber auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Pinot Noir erwähnt. Allen Weinen, Rot wie Weiß, ist aber gemeinsam, das sie hier eine besondere Würze und Kraft entwickeln. Ebenso wird die Tradition des Gemischten Satz, besonders für den Heurigenwein gewahrt.

Beginnen wir unsere Entdeckungsreise am Nördlichen Punkt des Weinbaugebietes Südburgenland.

Rechnitz

An den Südhängen des Günser Gebirges wachsen auf Urgesteinverwitterungsböden neben den Weinreben auch Marillen, Pfirsiche und Edelkastanien. Die Weingärten liegen östlich des Ortsgebietes von Rechnitz, und reichen bis an die ungarische Grenze. Die Hauptsorte hier ist der Welschriesling. Er erbringt hier besonders delikate spritzig frisch-würzige Weine. Bei den Rotweinsorten ist wie sollte es anders sein der Blaufränkisch verherrschend. Dieser hat in Rechnitz eine fein samtige Note. Eine alte Mühle dient heute als Ortsvinothek, in der man nach Herzenslust gustieren und verkosten kann. Die Vinothek ist auch der Ausgangspunkt des Weinlehrpfades, der hinauf zu den Weinrieden führt. Natürlich laden immer wieder Weinhauer dazu ein in ihren Kellern einzukehren, und sich an Wein und Speisen zu laben.

Von Rechnitz Südwärts über die Bundesstraße kommt man zum Eisenberg:

Deutsch Schützen-Eisenberg :

Hier befinden sich die Parade-Weinrieden und Weingüter des Südburgenlandes.Der Eisenberg im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Deutsch Schützen zählt zu den besten Blaufränkischlagen Österreichs. Mindestens seit dem Ende des 2. Vorchristlichen Jahrtausends ist der Eisenberg hauptsächlich wegen der Eisenvorkommen besiedelt. Keltische Schmelzöfen zeugen von der damaligen Eisenindustrie. Aber schon zu dieser Zeit dürfte mit dem Weinbau begonnen worden sein. Spätestens die Römer intensivierten den Weinbau, um ihre Legionen mit Wein zu versorgen. Der Zisterzienserorden, der ja für seine Agrarreformen bekannt wurde, legten überall in Europa wo sie ihre Klöster bauten, auch vorbildhafte Weingüter und Gutshöfe an. Später versuchten sich die regionalen Adeligen ihre Anteile an den Rieden zu sichern. Die meisten großen Stifte und Adelshäuser hatten am und um den Eisenberg Weingüter. Nach vielen schwierigen Jahrhunderten, erwachte in den letzten Jahren der Eisenberg aus seinen Dornröschenschlaf: Gerodete Rebflächen wurden wieder ausgepflanzt, und innovative Winzer machten mit ihren Weinen von sich reden.

Der Eisenberg ist eine markante Erhebung in der Landschaft: Eine muschelförmige Südhanglage aus Schiefer,- und Schieferverwitterungsböden, mit teilweisen Quarzeinschlüssen mit eisenhaltigen tonigen Lehmbodenauflage. Die oberen Rieden haben kalkhaltige Böden, während die Rieden in den unteren Hanglagen etwas sandigere Böden aufweisen. Diese Böden zusammen mit dem Pannonischen Klima lassen den Blaufränkisch hier erstklassige Weine erbringen. Der typische Eisenberger Blaufränkisch ist geprägt von einer ausdrucksvollen Frucht, mit etwas mehr Säure und feurigen Charakter. Ein ungestümer fast strenger Wein, der länger im Holzfass ausgebaut werden kann.

Unterhalb des Eisenberg liegen die Weingärten von Deutsch Schützen .

Auch hier wachsen erstklassige Weine. Die Bodenverhältnisse sind denen vom Eisenberg sehr ähnlich. Blaufränkisch ist auch hier die Hauptsorte.Aus den Rieden Bründlgfangen oder Weinberg, kommen sehr delikate Weine dieser Sorte. Daneben werden Zweigelt, Blauburger, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot. Interessant wäre sicherlich, wie sich die Trendsorte Shiraz im Südburgenland entwickeln würde. Angeblich gibt es bereits erste Versuche am Csatergerg.

Von hier wenden wir uns dem Csaterberg zu

Der Csaterberg ist der südwestliche Ausläufer des Eisenberges. Durch einen Taleinschnitt in Kleincsater und Hochcsater geteilt, sind Böden und Klima hier dem Eisenberg sehr ähnlich. Das Besonderes aber setzt sich aus der geologischen Seltenheit des Opal, und Serpentingesteines zusammen. Es werden immer wieder versteinerte Hölzer bei der Bodenbearbeitung gefunden. Diese erschweren zwar die Arbeit der Winzer, sind aber eine Freude für die Geologen. Der Csaterberg liegt eingebettet in Wälder, welche sich positiv auf das Mikroklima auswirken. Wie Inseln im Meer, liegen die Weinrieden und Kellergassen im Wald. Welschriesling, Weißburgunder und Blaufränkisch sind die Leitsorten.

Wie der Eisenberg, war auch der Csaterberg einstmals im Besitz Adeliger Grundherren und der Kirche. Die Grafen Erdödy teilten die Rieden 1848 auf die bäuerliche Bevölkerung auf. Noch heute steht das Schloss dieses Grafengeschlechts in der Ortschaft Kohfidisch. In einem Nebengebäude dieses Schlosses kann man die Weine verkosten und kaufen, welche auf den verblieben 2 ha gräflichen Weinbergbesitz angebaut werden.

Nun wollen wir uns wieder dem Pinkatal zuwenden.

Wen man von Deutsch Schützen südwärts fährt, durchquert man die Ortschaften Höll und Edlitz, bevor man nach Winten kommt. Am Wintner Berg und den Edlitzer Bergen (auch Radlingberg) genannt, befinden sich viele Weingärten. Auf der Linken Seite liegt die Ortschaft Bildein, welche sich aus den Teilen Ober- und Unterbildein zusammensetzt, und die Heimat einiger Winzer ist, die ihre Weingärten und Keller am Wintner Berg und Edlitzer Berg haben. In dieser Typischen Südburgenländischen Ortschaft befindet sich das Weinarchiv Bildein.

Im Ortszentrum von Bildein neben der Kirche des Hl. Vitus wurde dieses Weinarchiv eröffnet. In den Räumlichkeiten des alten Pfarrhofes kann man in modernem Ambiente die Weine von etwa 20 Winzern aus und um Bildein verkosten. Ziel des Weinarchiv ist es die Geschichte des Südburgenländischen Weines zu dokumentieren.

Fährt man weiter, so kommt man zum Kulmer und zum Prostrumer Berg. Von den hier gelegen Weingärten hat man einen wundervollen Blick nach Ungarn und auf den Turm der Gotischen Wallfahrtskirche Maria Weinberg, welche auf den Grundmauern einer alten mittelalterlichen Burg erbaut ist.

Im idyllischen Deutsch Ehrensdorf, etwas versteckt und für Ortsunkundige gar nicht so leicht zu finden, lohnt sich auf jeden Fall ein kleiner Abstecher. Hier befinden sich einige romantisch gelegene Buschenschenken, und auch ein sehr gutes Restaurant.

Ein Stück weiter findet man das Weinbaumuseum Moschendorf. In diesem Museum erfährt man manch Wissenswertes über die Geschichte des Weinbaues in der Region. Hier befinden sich auch die erste Uhudler-Vinothek Österreichs, und die Vinest-Vinothek, in der auch Weine aus anderen europäischen Weinbaugebieten verkostet werden können.
Direkt neben dem Weinmuseum in einem schönen Kellerstöckel untergebracht befindet sich die Südburgenland Vinothek .In dieser Vinothek werden die 60 besten Weine des Südburgenlandes feilgeboten. Jedes Jahr verkosten und prämieren Weinexperten die von den Winzern eingereichten Weine, welche dann eine repräsentative Auswahl südburgenländischer Weine ergeben.

Nun nähern wir uns dem Ende der Südburgenlandtour, und besuchen das Kellerviertel von Heiligenbrunn:
Heiligenbrunn liegt ein wenig abseits der Bundesstraße, und man muss schon wissen, wie man den Ort findet. Aber erst einmal dort, ist man von der Schönheit der Natur und dem Kellerviertel begeistert. Schon zur Zeit der Kelten war der Ort besiedelt, und die ersten Reben dürften auch schon damals gepflanzt worden sein. Der Name kommt von einer alten heiligen Quelle, bei der Ullrichskapelle. Im Mittelalter fand ein reger Wallfahrtsbetrieb zu dieser Quelle satt. Berühmt ist Heiligenbrunn nicht nur für seine alten strohgedeckten Weinkeller, sondern auch für seine Spezialität den UHUDLER.

Heiligenbrunn ist der Hauptort des Uhudleranbaues, und so sollte man es nicht versäumen hier diesen ureigensten südburgenländischen Wein zu kosten. Als Speisenbegleiter zur deftigen Heurigenkost ist er bestens geeignet. Auch Blaufränkisch, Welschriesling als Hauptsorten, und Zweigelt oder Gr. Veltliner lassen sich in guter Qualität finden. Und ob man sich im Schaukeller über die schwere Arbeit im Weinberg und Keller informiert, oder nur durch die Kellergasse und die Weingärten wandert: Es hat sicher immer ein Winzer „ausg´steckt“!

Das Weinbaugebiet Südburgenland ist zwar ein kleines Weinbaugebiet, aber auch ein Gebiet der Vielfalt. Der Name Weinidylle passt sicher zu diesen Landstrich. Ruhe und eine gewisse Gelassenheit erwarten die Besucher hier, und gute Weine die ihrer Entdeckung harren.

Ich hoffe das ich Ihr Interesse, lieber Weinfreund, an diesen schönen Fleckchen Erde geweckt habe, und Sie einmal selber die Weinidylle erkunden!

Ihr

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